Das Klientenzentrierte Beratungsgespräch

Auf der Grundlage der humanistischen Psychologie entwickelte Carl R. Rogers das Klientenzentrierte Beratungsgespräch. Es verfolgt das Ziel, dem Klienten behutsam einen Weg zu öffnen, sich selbst besser zu verstehen und so zu einer Einstellungs- und Verhaltensänderung zu gelangen. Das setzt jedoch voraus, dass sich der Mensch frei entscheiden kann und in der Lage ist, den angeborenen „Selbst-Verwirklichungs- und Vervollkommnungstendenzen" folgen zu können.

Das Beratungskonzept

Zu den wesentlichen Grundlagen dieses Beratungskonzepts gehört die bedingungslose, positive Wertschätzung gegenüber dem Hilfesuchenden, sowie eine positive Achtung seiner Schwierigkeiten und Eigenheiten.

Es geht um ein einfühlsames Verstehen der Welt und der Probleme aus der Sicht des Klienten, sowie um die Fähigkeit, diese Empathie dem Klienten zu kommunizieren. Dabei sind die Reaktionen auf eigene wie die Gefühle des Klienten entscheidend. Denn die Grundlage von Empathie bildet die Offenheit gegenüber eigenen Emotionen, gepaart mit guter und reflektierter Selbstwahrnehmung, um so die Reaktionen des Gegenüber besser verstehen zu können. Paul Ekman unterscheidet die kognitive Empathie, die uns erkennen lässt, was ein anderer fühlt, und die emotionale Empathie, also die Fähigkeit, zu fühlen, was der andere fühlt.

In der psychologischen Beratung geht es zudem um Kongruenz, um die authentische Kommunikation des Therapeuten mit seinem Klienten, eine nach Carl R. Rogers unbedingt erforderliche Haltung. Nur wenn dem Berater das eigene Erleben bewusst ist, kann er sich von dem des Klienten trennen. Die Berater-Klientenbeziehung ist eine wichtige Voraussetzung für ein fruchtbares Gespräch.

Rogers vermittelte, dass es sich bei dieser Arbeit nicht um eine empirische Wissenschaft handelt, sondern vielmehr um persönliche Beobachtungen, resultierend aus Zusammenkünften mit diversen Gruppen und Menschen. Gefühlen, Gesten, Sprache und Körperbewegungen weist Carl R. Rogers eine gleichrangige Rolle zu.

Das Klientenzentrierte Beratungsgespräch findet heute unter dem Stichwort ”nondirektive Gesprächsform” in allen Bereichen der Kommunikation Anwendung, in der Sozialarbeit/-pädagogik, der therapeutischen Arbeit, sowie der Gesprächspsychotherapie. Selbst im Coaching haben die Sprachformen der Klientenzentrierte Beratung einen hohen Stellenwert erlangt.


Sie lernen in der Ausbildung

• Das nichtdirektive Vorgehen, auf den Grundlagen des Klientenzentrierten Beratungsgesprächs von Carl R. Rogers
• Das Ausdrücken emotionaler Inhalte ohne Verfälschung mit anderen Worten (aktives Zuhören; Empathie)
• Das Schaffen einer angstfreien, vertrauensvollen Atmosphäre, kombiniert mit erfahrungsorientierten Techniken, wie dem Focusing nach E. Gendlin - einer speziellen personen- bzw. klientenzentrierten Arbeit, die eine sehr kreative Form der psychologischen Beratung darstellt, die sich ebenso für Beratung, Coaching und Therapie eignet
• Anwendungsformen in der Krisenintervention (z.B. Telefonseelsorge, Traumaarbeit), in der Begleitung von Menschen und bei gezielten Veränderungsprozessen
• Unterschiedliche, ergänzende Techniken und Modelle aus der Verhaltenstherapie, der Gestalttherapie, etc.


Für wen eignet sich die Ausbildung?

Jeder, der mit Menschen arbeitet oder in einer verantwortlichen Beraterfunktion steht, sollte diese Vorgehensweisen nicht nur kennen sondern in der praktischen Anwendung beherrschen. Vom allgemeinen Berater (z.B. auch in Unternehmen) bis zum Therapeuten, das Klientenzentrierte Beratungsgespräch ist ein Muss! Sozialpädagogen, Gesundheits- und Krankenpfleger, Juristen, Psychologen, Psychotherapeuten, Personal- und Organisationsberater, psychologische Heilpraktiker zählen zu den Berufsgruppen, die hier angesprochen werden und profitieren.


Themen der Ausbildung

• Grundlagen der Klientenzentrierten Gesprächsführung
• Selbstakzeptanz als Voraussetzung für Kongruenz
• Empathie (Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive, Persönlichkeitsmerkmale) einer anderen Person erkennen und verstehen
• Die bedingungslose positive Zuwendung
• Formen des aktives Zuhören
• Nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik etc.)
• Fragetechniken
• Spiegeln emotionaler Kommunikation
• Andere Techniken in das Klientenzentrierte Gespräch sinnvoll einbinden
• Typische Beratungssituationen aus der Praxis: Erstgespräche, Gesprächsverlauf, Abschluss von Beratungen und Behandlungen

Termine und Preise

Kursdauer: 4 Tage - meist verteilt auf 2 Wochenenden
Termine: gehen Sie zu Termine & Veranstalter
Voraussetzung: keine
Kursgebühr: 790 €

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